Studenten der Uni Duisburg-Essen informieren sich an der Sekundarschule Solingen

Sie belegen die Hauptseminare „Schulentwicklung in Theorie und Praxis“ und „Heterogenität als erziehungswissenschaftliche Herausforderung im Spannungsfeld Theorie und Praxis“ an der Universität Duisburg-Essen und waren am Freitag zu Gast in der Sekundarschule Solingen, um sich in der Praxis einen Überblick über das zu verschaffen, was sie bisher theoretisch gehört hatten.

Die Schulleiterin Frau Alexandra Ohler begrüßt die Studierenden und Herrn Heinz Gniostko, Dozent am Lehrstuhl für Bildungssystem und Schulentwicklungsforschung der Universität Essen im Forum der Schule und gibt zunächst einen Überblick über die Entwicklung der Bildungslandschaft in Solingen mit besonderem Blick auf die Sekundarschule. Sie zeigt auf, dass „Sekundarschule im gebundenen Ganztag in integrierter Form“ bedeutet, dass an drei Tagen in der Woche Ganztagsunterricht ist, dass alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam Unterricht haben, dass auch in den kommenden Schuljahren so wenig äußere Differenzierung wie möglich stattfindet und dass an der Sekundarschule alle Schulabschlüsse der Sek. I erreicht werden können.

„Wie gehen Sie mit der offensichtlichen Vielfalt und Heterogenität der Schülerinnen und Schüler um?“ so die Hauptfrage der angehenden Pädagogen. Das gemeinsame Lernen in Vielfalt erfordert einen hohen Grad an individuellem Unterricht. Die Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarschule planen gemeinsam, haben dabei die zu erreichenden Kompetenzen im Blick und versuchen sowohl für die Erarbeitungsphase als auch für Übungsphasen möglichst unterschiedliche Wege vorzuschlagen. Jeder soll so den für ihn richtigen Weg zum Thema finden. „Hinzukommt, dass wir je eine zusätzliche Fachstunde in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik mit 2 Lehrern besetzen und sich dadurch die Möglichkeit der individuellen Förderung erhöht.“, so die Auskunft der stellvertretenden Schulleiterin Anke Abel.

Davon konnten sich die Studenten in den folgenden zwei Stunden bei der Hospitation im Unterricht der Sekundarschule überzeugen. Im Deutschunterricht in der 5a wurde deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen oder auch alleine arbeiteten, Unterstützung durch eine der beiden anwesenden Deutschlehrerinnen erhielten und so einen ganz individuellen Lernfortschritt erzielen konnten.

„Schnelles Lerntempo ist nicht alles, gerade in Klasse 5 ist es mindestens genauso wichtig, dass Schülerinnen und Schüler lernen Verantwortung für Ihr Lernen zu übernehmen und gemeinsam zu arbeiten.“, so eine der Rückmeldungen der Studenten in der abschließenden Gesprächsrunde. Das bestätigt Frau Ohler mit einem Zitat aus dem aktuellen Flyer der Sekundarschule: „Wir arbeiten kompetenzorientiert in einem individualisierenden Unterricht, mit vielfältigen Differenzierungsangeboten und dem Fokus auf eigenverantwortlichem Arbeiten. Wir setzen verstärkt auf kooperative Formen des Unterrichts, um die Kinder an die durch die Gesellschaft geforderten Fähigkeiten wie z.B. Teamfähigkeit heranzuführen und die Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln zu trainieren.“, und ergänzt, dass weitere Talente in den Arbeitsgemeinschaften, an denen alle verpflichtend teilnehmen müssen, gefunden und gefördert werden.

Zusammenarbeit wie diese mit der Uni Duisburg-Essen oder die mit der Uni Kassel als Kontrollgruppe im Bereich „Vielfalt fördern“ sind der Sekundarschule besonders wichtig, da es hier unabhängige Rückmeldungen von außen über die fachliche und pädagogische Arbeit gibt, die für die Weiterentwicklung der Schule von großer Bedeutung sind. Vor diesem Hintergrund ist auch die Teilnahme an dem Projekt „Sprachsensible Schulentwicklung“, das von der Stiftung Mercator, dem Schulministerium und der Landesweiten Koordinationsstelle der Kommunalen Integrationszentren (LaKI) NRW getragen wird, zu sehen. Hier geht es um eine durchgängige sprachliche Bildung in allen Fächern entlang der Bildungskette. Die 30 teilnehmenden Schulen arbeiten in sechs Netzwerken an unterrichtsbezogenen Konzepten der Sprachbildung. Die Arbeit der schulischen Netzwerke wird extern wissenschaftlich begleitet. Dabei soll geprüft werden, inwiefern das Projekt Lehrkräfte für den Umgang mit sprachlicher Heterogenität sensibilisiert, eine durchgängige, fächerübergreifende Sprachbildung ermöglicht und zu einer Verbesserung der sprachlichen Kompetenz der Schüler beiträgt.

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