Geschichte hautnah und persönlich

 91-jähriger Zeitzeuge in der 8a

Gespannt und aufgeregt warteten wir am Donnerstag, den 16.11.17, auf den

91-jährigen Herrn Eisenbart aus Gräfrath. Wir hatten durch Herrn Kaiser, Mitglied des Rates der Stadt Solingen, und unsere Sozialarbeiterin Frau v. Hümmel Kontakt zu diesem alten Mann bekommen und ihn eingeladen, uns von seinen Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus, der Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit zu erzählen. Auch Herr Steinheuer vom Heimatverein Solingen Gräfrath war anwesend.

Eineinhalb Stunden lang beantwortete Herr Eisenbart unsere Fragen und wir hörten gespannt zu.

Herr Eisenbart wendete sich schon in seiner Zeit als Jugendlicher gegen den Nationalsozialismus, in dem er nicht in die Hitlerjugend ging, sondern sich der Bündischen Jugend anschloss. Zweimal wurde er deshalb von der Gestapo verhört. Erschütternd war, dass er schon mit 18 Jahren in den Krieg ziehen musste und erfreut waren wir zu hören, dass er Gott sei Dank wenige, aber noch heute sichtbare Verletzungen davon getragen hat.

Durch sein geschicktes und mutiges Verhalten konnte er als junger Offizier sich und seine Untergebenen am Ende des Krieges vor dem Tode retten.

Zum Schluss zeigte er uns Dinge, die er im Gefangenenlager 1945 erstellt hatte. Das hat uns besonders beeindruckt. So veröffentlichte er in der Zeitung des Gefangenenlagers ein sehr schönes Gedicht, das er uns dann vorlas. Auch nähte  er in dieser Zeit mit wenigen Mitteln eine Brieftasche, die er herum gehen ließ.

Herr Eisenbart betonte, dass seine „ Geschichte“ seine Einstellungen zum Leben und zu dieser Welt sehr geprägt hat und er glücklich und sehr dankbar ist, überlebt zu haben.

Er war in seinem weiteren Leben immer sehr engagiert, war in sechs kulturellen Vereinen, war immer ehrenamtlich tätig und hat den Verdienstorden der BRD erhalten.

Wir wünschen Herrn Eisenbart noch ein langes und gesundes Leben und würden uns freuen, wenn er im nächsten Jahr noch einmal in unsere Klasse kommen kann. Die zwei Schulstunden vergingen wie im Fluge.